Das verlorene Lederwams oder Wer trägt das Risiko der Teilnahme an einem Kriegszug?

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Date
2012
Authors
Meyer, Andreas
Journal Title
Journal ISSN
Volume Title
Publisher
The Southern African Society for Medieval and Renaissance Studies (SASMARS)
Abstract
Ist es nicht verfuhrerisch, Gewinne in die eigene Tasche zu stecken und Verluste der Allgemeinheit aufzuburden? Gewiss ist solches Tun moralisch bedenklich und heutzutage auch politisch unkorrekt, doch wohl zutiefst menschlich. Dies jedenfalls lehrt uns eine Episode aus dem Alltag des Duecento, die wir einmal mehr dem Luccheser Notar Ciabattus verdanken, denn er protokollierte auch sie gewissenhaft in seine Register. Vor dem Luccheser Richter Aldebrandinus Malagallie, der im Auftrag des Paganellus de Por-cari amtierte, verklagte Anfang Mai 1238 ein gewisser Ottinellus de Porcari die Kommune von Por-cari auf Schadenersatz fur ein verlorenes Lederwams im Wert von 50 sol. und fur sechs Monate Haft. Er war namlich -- wohl im Herbst zuvor -- bei einem Kriegszug der Pisaner Visconti, denen die Herren und die Leute von Porcari Hilfe leisten mussten, gegen die Stadt Pisa in Gefangenschaft geraten. Der Richter horte daraufhin beide Parteien an (A), vernahm Zeugen des Beklagten (B) wie auch des Klagers (C) und sprach sodann am 10. August 1238 die angeklagte Gemeinde von allen Forderungen frei (D). Ottinellus durfte daher neben dem erlittenen Schaden auch noch die Gerichtsgebuhren zu bezahlen gehabt haben.
Description
Keywords
Medie?vistiek.
Citation
Das verlorene Lederwams oder Wer trägt das Risiko der Teilnahme an einem Kriegszug,1017-3455,The Southern African Society for Medieval and Renaissance Studies.